Alice Dehner

„Fehler? Dürfen wir uns gar nicht leisten!“

Stimmt – sie passieren aber trotzdem! Fehler sind nicht das Malheur – entscheidend ist, wie man damit umgeht. Dafür hat sich seit einigen Jahren der wunderbare Begriff „Fehlerkultur“ eingebürgert. Wie gesagt, der Begriff hat sich eingebürgert – die Fehlerkultur als Haltung, dass Fehlermachen zum Lernen, Wachsen und Entwickeln dazugehört, allerdings noch längst nicht allerorten. Wie sieht es bei Ihnen in der Firma damit aus?

Warum ist Fehlerkultur so wichtig?

Veränderung, so ist das nun einmal, macht den meisten Menschen eher Angst, denn sie geht mit Unsicherheit einher. In einer Zeit wie der unseren, die geprägt ist von einem sich ständig verändernden Umfeld, in der man sich alle naselang auf Neues einstellen muss, in der fast die einzige feste Größe der unablässige Wandel ist, braucht jeder Chef und jeder Mitarbeiter wenigstens die Gewissheit, dass er nicht von der nächsthöheren Instanz rundgemacht wird, wenn es gelegentlich nicht rundläuft.

Wer sich erfolgreich den Herausforderungen der Zukunft mit all den Veränderungen, die zum Beispiel die Digitalisierung mit sich bringt, stellen will, muss in erster Linie und als ersten Schritt, sicherstellen, dass es eine Fehlerkultur im Unternehmen gibt, die diesen Namen verdient. Wenn Fehler bislang jedoch eher geahndet und abgestraft wurden, bedarf es einer Kulturänderung. Diese Kulturänderung (falls es einer Änderung bedarf) wird allerdings nicht erreicht, indem ex cathedra verkündet wird, ab jetzt seien Fehler erlaubt.

Man muss den Mitarbeitern glaubhaft machen, dass man begriffen hat, dass Fehler zum Lernen gehören wie eine blutige Nase zum Boxen. Wer nicht bereit ist, sich eine blutige Nase zu holen, wird nie in den Boxring steigen, der wird dann aber auch nie Champion.

In einigen Firmen gibt es zum Beispiel schon die schöne Einrichtung der Fuck-Up-Meetings, bei denen jeder die Bühne erhält, um über sein Scheitern und was er daraus gelernt hat, zu berichten. Das ist nicht nur befreiend für den Betreffenden und lehrreich für die Zuhörer, die eventuell diesen Fehler nun vermeiden können, sondern es zeigt auch überzeugend die generelle Richtung: Jeder Fehler ist eine Lernchance! Das Augenmerk wird nicht mehr auf die Schuldfrage gelenkt „Wer hat denn das wieder verbrochen?“, sondern auf die Lernerfahrung, die der Fehler bereithält.

Wenn man eine solche Fehlerkultur in einem Unternehmen implementieren will, ist das unter Umständen eine Herausforderung für die Führungskräfte, die das selbstverständlich vorleben müssen, sich aber vielleicht noch nicht die vorbildliche Haltung jenes Chefs zu eigen gemacht haben, der seinen Mitarbeiter nach einem gravierenden und für die Firma auch teuren Fehler mit seiner Reaktion verblüffte. Der „arme Sünder“ erschien zum Bericht bei seinem Vorgesetzten und erwartete eigentlich seinen Rauswurf – stattdessen wurde ihm ein neues Projekt übertragen. Mutig erkundigte er sich, weshalb er denn jetzt nicht seine Siebensachen packen müsse. „Ich habe gerade zweihunderttausend Euro in Sie investiert, da schmeiße ich Sie doch nicht raus. Diesen Fehler, der gerade passiert ist, den machen Sie garantiert nie wieder!“ entgegnete ihm trocken sein Chef.

Es gibt auch Chefs, die mit ehrlicher Freude auf die Aufdeckung eines Fehlers reagieren, sich in die Hände klatschen und sagen: „Leute, wenn wir mit diesem Fehler schon so erfolgreich waren, wie erfolgreich werden wir erst sein, wenn wir ihn korrigiert haben!“

So viel Gelassenheit besitzen die Führungskräfte Ihres Unternehmens selten? Höchste Zeit, etwas dafür zu tun. Denn man kann es lernen, zum Beispiel, indem man in ein Selbstmanagement investiert, das nachgewiesenermaßen geeignet ist, viel vom täglichen Arbeits-Druck zu reduzieren. Oder indem man mittels Introvision-Coaching Schluss macht mit dem Druck, den der äußere und der innere Stress erzeugt. Oder indem man sich Kommunikations- und Konfliktbewältigungs-Techniken aneignet, die die tägliche Arbeit wesentlich erleichtern.

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