Transaktionsanalyse

»Schnell zwischenmenschliches Verhalten und Kommunikation verstehen.«

Die Transaktionsanalyse wurde etwa um die 1960er Jahre vom amerikanischen Arzt und Therapeuten Eric Berne entwickelt. Sie gründet sich auf seine genauen Beobachtungen menschlichen Verhaltens und bietet leicht verständliche und praxis-relevante Modelle, um zu verstehen, warum Menschen wie reagieren und kommunizieren. Die fünf wichtigsten Konzepte der TA für Coaching sind: Ich-Zustände, Egogramm, Bezugsrahmen, Psychologische Spiele, Skript und Antreiber.

Diese Konzepte erleichtern in ganz unterschiedlichen Kontexten zwischenmenschliches Verhalten und Kommunikation zu verstehen, um dann die eigene Kommunikation professionalisieren zu können, sei es in der Führung, in Verkaufsgesprächen, in einer Beratung oder in Coachings.

Die Ich-Zustände

Seine Beobachtungen menschlicher Verhaltensweisen haben Berne zu der Idee geführt, dass es verschiedene Zustände des „Ichs“ gibt. Er nannte diese Ich-Zustände

  • Das Kind-Ich, in dem man kindliche Verhaltensweisen zeigt, und das unterteilt wird in „freies Kind“, angepasstes Kind“ und „rebellisches Kind“,
  • das Erwachsenen-Ich, das der Informationsverarbeitung und -Weitergabe dient, ohne von positiven oder negativen Gefühlen begleitet zu sein,
  • das Eltern-Ich, in dem man sich verhält, wie die Eltern oder andere Elternfiguren das getan haben und das ebenfalls unterteilt wird in „fürsorgliches Eltern-Ich“ und „steuerndes Eltern-Ich“.

Jeder dieser drei Ich-Zustände ist eine eigene Einheit aus Denken, Handeln und Fühlen. Menschen zeigen die Ich-Zustände sowohl in der Kommunikation mit der Außenwelt als auch im Dialog mit sich selbst. Auch die „Innensteuerung“ verläuft mit Hilfe der drei Ich-Zustände. Sowohl im inneren wie im äußeren Dialog besitzt jeder Mensch alle drei Ich-Zustände, doch gibt es bei fast jedem einen oder zwei Ich-Zustände, die bevorzugt eingenommen werden. Um mit den unterschiedlichen Lebenssituationen adäquat umgehen zu können, braucht man alle Ich-Zustände – es gibt keinen guten oder schlechten Ich-Zustand! Ich-Zustände sind Beschreibungen – keine Bewertungen!

Das Egogramm

Das Egogramm ist ein Tool, das es erlaubt, in Form eines Balkendiagramms bildhaft zu machen, in welchem Ausmaß die Ich-Zustände vorhanden sind. Ein Ich-Zustand, der viel eingesetzt wird, erhält einen hohen Balken, einer, der wenig besetzt ist, einen entsprechend niedrigeren. Im Egogramm wird jeder Ich-Zustand mit einem Balken versehen, denn bei jedem Menschen gib es jeden Ich-Zustand, wenn auch mitunter nur minimal ausgeprägt. Das Egogramm erleichtert es dem Coach, etliche der Schwierigkeiten, die Thema im Coaching sind, zu verstehen, denn extrem hohe und extrem niedrige Balken zeigen Problemgebiete an.

Der Bezugsrahmen

Das Modell des Bezugsrahmens ist ein wesentliches Konzept, wenn es darum geht, möglichst schnell zu verstehen, warum jemand wie agiert. Der Bezugsrahmen ermöglicht es Menschen, ihre alltäglichen Erfahrungen innerlich einzuordnen. Er ist auch verantwortlich dafür, auf welche Art und Weise Menschen ihre Umwelt und ihre Mitmenschen betrachten und er wirkt wie ein Wahrnehmungs-Filter. Dieser Filter bestimmt, wie Menschen die Außenwelt interpretieren. Dabei fließen Selbstbild und Weltbild zusammen, dazu kommen die Erfahrungen, die im Laufe eines Lebens gemacht wurden, sowie die Werte, die man von Eltern und anderen Autoritätsfiguren übernommen und jene, die man sich selbst angeeignet hat. Der Bezugsrahmen ist die Brille, durch die der Mensch auf die Welt schaut und deshalb auch unmittelbar an der „Konstruktion“ von Problemen beteiligt. Viele Probleme lassen sich lösen, wenn man es schafft, den Bezugsrahmen zu verändern.

Skript

Das Konzept geht davon aus, dass Menschen in der Kindheit aufgrund äußerer Einflüsse und erlebter Erfahrungen eine Kombination aus Glaubenssätzen und Verhaltensmuster entwickeln, die später dazu führt, dass man immer wieder auf die gleiche Art und Weise agiert, sodass sich diese Verhaltensweisen wie ein roter Faden durch die Lebensgeschichte ziehen. Das „Skript“ ist das Lebensdrehbuch des Menschen und daher kommt auch der Begriff. Ähnlich wie bei einem Drehbuch im Film, das die Rolle für den Schauspieler festschreibt, der dadurch auch keine Wahl hat, aus dem Schurken nun den romantischen Liebhaber zu machen, legt das Skript bestimmte wiederkehrende Verhaltensmuster fest – allerdings ohne dass dem Menschen das bewusst ist. Er folgt den Verboten, den sogenannten „Einschärfungen“, die er unbewusst verinnerlicht hat. Wenn man das Skript eines Menschen verstanden hat, kann man mit großer Sicherheit vorhersagen, wie derjenige zum Beispiel in Stress-Situationen reagieren wird, denn besonders wenn man unter Stress gerät, verhält man sich nach vertrauten Mustern.

Antreiber

Die Antreiber sind in der TA das Pendant zu den „Einschärfungen“ aus der Skripttheorie. Sind die Einschärfungen Verbote, sind die Antreiber jedoch Gebote. Wie bei den Einschärfungen gibt es auch bei den Antreibern unterschiedliche Grade an Intensität, manche wirken sich kaum, andere verheerend aus. Anders als es die ursprüngliche Absicht der Eltern war, lösen sie keineswegs Probleme, sie schaffen welche. Um einen Antreiber zu aktivieren, braucht es bestimmte auslösende Situationen. Sind die Antreiber stark, genügt ein geringer Reiz; sind die Antreiber schwach, müssen es schon besondere Bedingungen sein, damit sie zum Einsatz kommen. Antreiber sind eine hauptsächliche Ursache für inneren Stress, denn sie setzen den Menschen unter Druck, der als Folge davon gereizt oder unfreundlich reagiert, oder Fehler macht, was zu neuen Schwierigkeiten führt. Je mehr Antreiber zusammenwirken, desto höher wird auch der Stress.

Psychologische Spiele

Ein wichtiges Konzept der TA sind die Psychologischen Spiele, denn sie sind allgegenwärtig und deshalb auch im Berufsleben dauernd anzutreffen. Hier gibt es eine Verbindung zum Egogramm, denn am Egogramm lässt sich gut erkennen, wann der Klient aktiv Psychologische Spiele anbietet und wann er passiv leicht verführbar ist, sich auf sie einzulassen. Psychologische Spiele verursachen je nach Grad es Spiels leichte bis sehr schwerwiegende Störungen in der Kommunikation und in der Folge davon emotionale Probleme, weil sie immer mit negativen Gefühlen enden. Außerdem leidet die Beziehungsebene. Für Unternehmen können Psychologische Spiele verheerende Folgen haben. So kann eine Firma massiv geschädigt und blockiert werden, wenn z.B. die Spiele zwischen zwei Geschäftsführern so weit eskalieren, dass der eine die Anordnungen des anderen immer wieder umstößt.